Wie werde ich Jäger?

Es gibt viele gute Gründe Jäger zu werden, der Wichtigste sollte dabei die Liebe zur Natur sein. Hat man sich dazu entschlossen Jäger zu werden, ist der nächste Schritt einen Vorbereitungskurs zur Jägerprüfung zu besuchen und die Jägerprüfung, auch als „Grünes Abitur“ bezeichnet, zu bestehen.

Die Prüfung gliedert sich in drei Teile: Schießprüfung, schriftliche und mündliche Prüfung. Der Ablauf und Umfang des Kurses und der Prüfung ist in jedem Bundesland etwas anders geregelt.

Weitere Infos zum Ablauf der Kurse erfahren Sie auf der Homepage des jeweiligen Landesjagdverbandes. Eine Auflistung über die Landesjagdverbände haben wir Ihnen unter Jagdverbände zusammengestellt. Die Landesjagdverbände gliedern sich wiederum in Kreisgruppen auf. Links zu den Kreisgruppen und die richtigen Ansprechpartner finden sich zumeist auf der Homepage des jeweiligen Landesjagdverbandes.

Die entsprechenden Ansprechpartner der Kreisgruppe sind für den jagdlich Interessierten oftmals die besten Ansprechpartner. So kann über diese z.B. ein Kontakt zu Jägern vor Ort hergestellt werden oder Auskunft über Ablauf und Termine der nächsten Jagdscheinkurse erteilt werden.

Darüber hinaus besteht in einigen Bundesländern die Möglichkeit eine Jagdschule zu besuchen, deren Prüfungen in ganz Deutschland anerkannt werden. Der Vorteil einer Jagdschule ist, dass der Kurs meist kompakter abgehalten wird und man so schneller zur Prüfung bereit ist. Dafür muss der Lehrstoff dann aber auch in einer deutlich kürzeren Zeit gelernt werden. Zudem sind die Jagdschulen oftmals teurer als Kurse, die von den Landesjagdverbänden angeboten werden. Auch fehlt dem Jungjäger, welcher von einer Jagdschule kommt der Kontakt zu heimischer Jägerschaft.

Welcher Weg zum Jagdschein für einen persönlich sinnvoller ist hängt auch von den eigenen Neigungen ab. Wer bereit ist Woche um Woche im heimatnahen Umfeld zu lernen, von vorneherein Kontakt zu gleichgesinnten in seiner Region sucht und dafür eine längere Dauer bis zum Jagdschein in Kauf nimmt, ist oftmals mit den Angeboten vor Ort besser bedient. Wer hingegen den Jagdscheinkurs im Urlaub möglichst schnell „hinter sich“ bringen möchte und dafür eine zeitlich begrenzte aber sehr hohe Lernintensität in Kauf nimmt, ist bei einer Jagdschule besser aufgehoben.

Neben zahlreicher Literatur und diverser Online-Angebote seien zwei Standardwerke zu nennen, die in vielen Jagdscheinkursen verwendet werden:

Krebs: Vor und Nach der Jägerprüfung, ISBN: 978-3-96747-020-8

Blase: Die Jägerprüfung, ISBN: 978-3-494-01853-9

Wer sich erste einmal in die Materie einlesen möchte, dem Sie eins der obigen Standardwerke empfohlen. Auch als Nachschlagewerk nach der bestandenen Jägerprüfung. Ansonsten geben die Kurse meist vor welches Lehrmaterial benötigt wird oder geben eigenes Lehrmaterial aus.

Neben der obligatorischen grünen Kleidung braucht der Jagdscheinanwärter erst einmal nicht viel. Ein Fernglas, ein gutes Messer sowie einen Gehörschutz und mancherorts eine Schießbrille für den Schießstand sollten jedoch zu den ersten Anschaffungen gehören, die ein angehender Jungjäger benötigt.

Warum Jäger werden?

Für die Jagd gibt es viele gute Gründe:

Der wichtigste Antrieb für Jäger dürfte die Freude an der Natur sein. Jäger sind oftmals Ansprechpartner für den Naturschutz vor Ort. Neben der Hege des Wildes sind Jäger auch an der Verbesserung des Lebensraumes interessiert.

Daneben ist für viele Jäger auch die Möglichkeit nachhaltiges und ethisch einwandfreies Fleisch zu erwerben wichtig. Wild ist nicht nur ein sehr hochwertiges Lebensmittel, sondern hat bis zur Erlegung eine zu 100% natürliche Umwelt erfahren. Der Mensch nutzt durch die Jagd die natürlichen Ressourcen seiner Umwelt nachhaltig.

Auch Freude an der Arbeit und den Umgang mit Hunden stellt für viele Jäger eine Säule Ihrer Passion dar. Der Jagdhund ist nicht nur treuer Begleiter und Helfer bei der Jagd, sondern sogar gesetzlich vorgeschrieben. Auch wenn nicht jeder Jäger einen eigenen Jagdhund haben muss, so muss jedes Revier mindestens einen brauchbaren Jagdhund zur verfügbar haben.

Die Möglichkeit des Waffenerwerbs durch den Jäger und die Freude am Schießen sollten kein wesentliches Kriterium bei der Entscheidung für die Teilnahme an einem Jagdscheinkurs sein. Die Waffe ist für den Jäger lediglich ein Werkzeug neben vielen anderen. Das Schießen selbst ist nur ein winziger Teil dessen was die Jagd ausmacht. Wer nur mit der Motivation eine Waffe zu erwerben an einem Jagdscheinkurs teilnimmt, wird schnell die Freude am Lernen verlieren und die Prüfung meist nicht bestehen.

Was kostet ein Jagdschein?

Zuerst einmal muss der Vorbereitungskurs besucht werden, je nach Region sind hier 500-2000EUR möglich, das Lehrmaterial verschlingt dann nochmals ca. 100EUR. Zudem fällt eine Prüfungsgebühr (ca. 150-300EUR) an. Hinzukommen kosten für Schießstandbenutzung, Scheiben und Munition. Dies ist sehr abhängig von der Intensität und Häufigkeit des Schießtrainings dürfte sich aber so zwischen 300 und 1000EUR bewegen.

Manche Kurse sind augenscheinlich etwas teurer, beinhalten dann aber bereits eine oder mehrere der obigen Kostenpunkte, was Sie unterm Strich dann günstiger macht. Wenn Sie verschiedene Kursangebote vergleichen, sollten Sie hier auch immer auf die enthaltenen Leistungen achten.

Kurse bei Jagdschulen liegen meist im Bereich von 2000-3000EUR zzgl. Prüfungsgebühr. Oftmals sind dafür bereits Schießkosten und Lehrmaterial enthalten. Hinzu kommen noch Anreise, Unterkunft und Verpflegung.

Ist die Jägerprüfung erst einmal bestanden, wird vor der Ausstellung eines Jagdscheins das Vorhandensein einer gültigen Jagdhaftpflichtversicherung (ca. 150-250 EUR für 3 Jahre) vorausgesetzt und für die Ausstellung des Jagdscheins nochmals Gebühren erhoben. Hier sind z.B. in Rheinland-Pfalz 192 EUR für drei Jahre fällig.

Sollen anschließend Waffen erworben werden, wird zuerst ein Waffenschrank (ab ca. 500EUR) benötigt und es fallen nochmals Gebühren für die Ausstellung der WBK (ca. 50 EUR) an und die anschließende Eintragung der Waffe (ca. 35EUR) an.

Was kostet die Jagd?

Hat man erst einmal alle Hürden gemeistert, die Jägerprüfung bestanden und den Jagdschein ausgestellt bekommen, stellt sich als nächste Herausforderung die Anschaffung der benötigten Ausrüstung und das Finden einer Jagdgelegenheit. Auch hier kann man wenig oder viel Geld ausgeben.

Der Jäger mit schmalem Geldbeutel versucht vielleicht durch Mithilfe im Revier an eine günstige oder kostenfreie Jagdgelegenheit zu kommen und begnügt sich am Anfang mit nur einer günstigen Büchse und Flinte. Im Sparmodus sollte das nötigste für einige wenige tausend Euro anzuschaffen sein.

Wer aber erst einmal ein passendes Luxusgefährt, hochwertige Jagdwaffen, Jagdhund und alles auf dem Markt verfügbare Equipment anschafft kann so für eine Erstausrüstung auch einen sechsstelligen Betrag ausgeben.

Hinzu kommen dann noch die Ausgaben für eine Jagdgelegenheit. Diese sind je nach Region und Jagdmöglichkeiten recht unterschiedlich und können von einigen hundert bis zu mehreren tausend Euro im Jahr reichen.

Egal ob Jäger mit schmalem oder dickem Geldbeutel, bei der Jagd sollte die Passion im Vordergrund stehen. Ob man viel oder wenig ausgeben kann oder möchte sollte jedem selbst überlassen sein. Jedoch sollte man sich vor dem Jagdscheinkurs bewusst sein, dass die Jagd immer mit Kosten verbunden ist und kein „billiges“ Hobby darstellt. Wen aber erst einmal die Jagdpassion gepackt hat, der wird vermutlich wenig Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen finden und vordergründig sowohl seine Zeit als auch seine finanziellen Möglichkeiten für seine Passion Jagd einsetzen.

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